HARUKA KOJIN

Haruka Kojin, geboren 1983 in Hiroshima, machte 2009 an der Universität der Künste Tokio ihren Abschluss (M.F.A.).

Ihre Arbeiten wurden in Japan und anderen Ländern, u. a. USA und Brasilien gezeigt. Sie ist bekannt für die Kreation, „merkwürdig anmutender Orte“ (ikūkan), in denen sie intuitiv erfasste Phänomene aus Alltagssituationen in den Räumen von Kunstmuseen oder Galerien in Installationen umwandelt.

2013 gründete sie das Kunstkollektiv Me und ist seither ein zentrales Mitglied dieser Gruppe.

Zu den namhaften Ausstellungen von Haruka Kojin gehören unter anderem: Space for your future im Museum für zeitgenössische Kunst in Tokio, 2007; When Life Takes Form, Museu de Arte Moderna, Sao Paulo, 2008; Bye Bye Kittie, Japan Society Gallery, New York, 2011. Aktuell sind Werke von ihr im House Project, Inujima, Setouchi Triennale und im Kunstzug Genbi Shinkansen, der auf der Strecke Joetsu fährt, zu sehen.

Das Kunstkollektiv Me zeigte die Arbeiten Unreliable Reality – The Where of This World in der Shiseido Gallery, Tokio, 2014 sowie Day With a Man’s Face Floating in the Sky im Utsunomiya Art Museum, Tochigi, 2014. Die neue Arbeit von Me, Maze Town – Phantasmagoria Alleys, wird derzeit in Shodoshima im Rahmen der Setouchi Triennale gezeigt.

 

Auf den Olympus Perspective Playgrounds zeigt(e) Haruka Kojin die Installation:

Köln 2016, Barcelona und Kopenhagen 2017: „Contact lens“


„Ich saß in einem Reisebus und sah auf das Straßenpflaster, das mit einer hohen Geschwindigkeit an meinen Augen vorbeizog. Nachdem ich eine Zeit lang unbewegt auf das Pflaster geblickt hatte, fokussierte sich mein Blick automatisch auf die körnige Pflasterfläche, die sich in meinen Augen zu vergrößern schien. Ich verlasse mich nicht völlig auf meinen Sehsinn. Denn meine Augen sind sphärisch und beschränkt in ihrer Sensibilität. Was wäre, wenn meine Pupillen rechteckig wären? Dann hätte ich eine andere Sicht der Welt. Kann man sich vorstellen, wie Insekten mit Facettenaugen wie Fliegen oder aber Vögel die Welt wahrnehmen? Vögel können UV-Strahlen erfassen, die für das menschliche Auge unsichtbar sind. Sie müssen daher ihrem Sehsinn entsprechend eine ganz eigene Version der Realität haben.“

„Contact Lens“ von Haruka Kojin besteht aus einer Reihe von Acryllinsen in verschiedenen Größen, die auf einer Ausstellungsfläche räumlich angeordnet sind. Das Bild, das wir durch diese Linsen sehen, kann auf dem Kopf stehen oder als Hologramm erscheinen und damit die „Realität“, wie wir sie mit unseren Augen wahrnehmen, dynamisch verzerren.

Es gibt zahlreiche Variationen, was unseren Sehsinn anbelangt. Was wir sehen, ist definitiv nicht die einzige Sicht der Welt. Unsere Wahrnehmung eröffnet uns enorme Möglichkeiten. Ein klitzekleiner Unterschied der Voreinstellung könnte die gesamte Erscheinung, wenn nicht gar den Zustand der Welt verändern.

 

Copyright Portrait Haruka: Kenshu Shintsubo
Copyright Installationen:  Haruka Kojin, diephotodesigner.de, Alícía Rey Peroy